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14.09.2018

Stückkritik: „Eine Nacht im Februar“

Es herrscht Dunkelheit. Im Hintergrund prangt eine große gemalte Leinwand, vielfarbig, gestrichen, gespritzt, düster, die keine Figuren erkennen lässt und doch schon vor Stückbeginn von den Zuschauern neugierig beäugt wurde. Das Bild scheint eine magische Anziehung auf das Publikum auszuüben und stimmt zugleich auf den Rest des Abends ein. Die Spielfläche davor ist leer - fast. Nur ein Mikrofonständer lässt sich schemenhaft erahnen. Plötzlich zerreißt ein einzelner Scheinwerfer die Dunkelheit und gibt den Blick frei auf ein kleines Mädchen, das aufmerksam in die Menge blickt ehe sie zu sprechen ansetzt: „Es ist eine Nacht im Februar.“

So beginnt die neue Inszenierung der Theater AG des Siemensgymnasiums, die unter der Leitung von Andreas Steinke am Donnerstag dem 13. September um 19 Uhr eine Premiere präsentierte, die sich zu sehen lohnt. Die Spieler und Spielerinnen (Sophia Stauber, Jennifer Irmer, Robin Olexyuk, Elisabeth Braun, Lena Anhalt, Maria Lehnert, Phillip Kroschel, Christoph von Haeseler, Josephine Paproth, Emilia Bethge und Fiora Gabel) erzählen voll Phantasie die Geschichte eines Schuljungen, der einen wirklich furchtbaren Tag hinter sich hatte und nun schlaflos im Bett liegt. Im Raum vor seinem Zimmer verkörpern die Jugendlichen seine Gedanken, die sich zu überschlagen scheinen, kreisen und sich Spinnereien hingeben. Wie ein Puzzle ergibt sich eine retrospektiv erzählte Geschichte über einen Skiausflug in der Schule, unterbrochen von den Hoffnungen, Ängsten, Träumen, der Verzweiflung, den Sehnsüchten und der Wut dieses Jungen. Ganz gleich ob es um die Entwicklung des grusligsten Horrorromans geht, ausgeflippte Tanzeinlagen, den ersehnten Zusammenhalt in der Klasse, die erste zaghafte Verliebtheit, eine Prügelei mit dem eigenen Peiniger, den Streit mit ungerechten Erwachsenen, die einfach nicht verstehen wollen, das Kaputtgehen einer bedeutungsvollen Thermoskanne oder gar den Plan von Zuhause abzuhauen – die vielen Facetten der Geschichte werden von der AG respektvoll, einfühlsam und glaubwürdig dargestellt. So schaffen sie es den Zuschauer auf eine spannende Reise mitzunehmen, auf der es Phantastisches, Lustiges und Düsteres zu entdecken gibt und die sich definitiv zu sehen lohnt. Damit bleibt nur zu hoffen, dass nach „Die Prinzessin, die nicht spielen wollte“ und der jetzigen Produktion noch viele weitere Inszenierungen folgen werden, denn: Siemensianer können mehr(!) – auch Theater spielen.


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